Die Landschaft Thüringens hinterlässt Spuren. Bei Jedem. Die Schattenwürfe der Wolken, wenn sie über die abgemähten, in allen Brauntönen gefärbten Feldern zieht, gleicht einem Naturspektakel in den Wüsten dieser Erde. Ein rot glänzendens  Auto fährt vorbei an silberfarbenen Stoppelacker, die Strasse säumen grüne Bäume, der Himmel widerspiegel die Farbe des Ackers. Die Sonne erhebt sich über die sanften Hügel und zeichnet einen orangenen Streifen auf das dunkelbraune gepflügte Feld. Im Rückblick schimmert die Fassade des Christuspavillions in prächtigen Goldtönen. Die Bäume auf den Streuobstwiesen sind zum Bersten behangen mit den köstlichsten regionalen Früchten. Einige Äste reichen bis and den Boden und bilden regelrechte Gardinen aus Pflaumen. Der Anblick ist kaum auszuhalten. Kann man davon auch verrückt werden? Wenn der aufgehende Vollmond mit der untergehenden Sonne nahezu eine Achse bilden. 

Da man all dies nicht in Fotos festhalten kann, bediene ich mich einiger ausrangierter Gartenzeitschriften und versuche das Gesehene nachzubilden.

Manuela Kordon 

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